#47 I Ars Electronica Special
Shownotes
Was sind die bedeutungsvollsten Werke der Ars Electronica – zumindest aus Sicht der treibhaus-Teilnehmenden? Sabine Mayer nimmt ihren Kurs mit nach Linz, wo sich das Ars Electronica Festival über die ganze Stadt erstreckt. Von sakralen Klängen in Kathedralen bis hin zu eindrucksvollen Porträts aus Marmeladenetiketten: Überall wartet ein Twist. Robotik verschmilzt mit KI, Licht, Sound und Performance. Wir spüren noch einmal nach, was den Herzschlag des Festivals ausmacht und welche Erinnerungsfetzen bei uns hängen geblieben sind.
Hört rein und lasst euch durch die Erzählungen inspirieren! 🎙️✨
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00:00:00: Ich habe mir noch nie so intensiv Mosaike oder kleine Malereien oder irgendwas angeguckt, aber es hat mich einfach da gehalten weil der Klang nicht gehalten hat.
00:00:17: Yes!
00:00:17: Hello hello.
00:00:19: Wir waren für euch im kreativen Raum in einem der kreativsten Räume Österreichs genauer gesagt auf dem Arselektroniker Festival in Linz.
00:00:30: Hier haben wir uns allerhand verrückte, verstörende inspirierende, augenöffnende Dinge angeschaut.
00:00:39: Denn das Festival bewegt sich jedes Jahr aufs Neue an der Schnittstelle zwischen Technologie, Kunst und Gesellschaft.
00:00:46: Und ja ich will mal sagen legt den Finger dahin wo sonst gerne im Corporate Alltag oder im regulären Konzeptioneralltag weggeschaut wird.
00:00:58: Denn es werden Themen behandelt rund um Digitalisierung, rund um Umgang mit KI Klimawandel, Umgang der Natur.
00:01:07: All diese Themen werden beleuchtet und auf neuartige Weise inszeniert.
00:01:13: uns entstehen wirklich neue Anstöße und Denkräume.
00:01:18: Wir sind dem Jesus im Beistuhl begegnet Der KI gesteuert all die Sünden abnimmt.
00:01:29: Wir haben unsere eigene Persönlichkeit kaibasiert, reproduziert und sind mit uns selbst in den Diskurs gegangen und haben hinterfragt wie kritikfähig wir eigentlich sind und wie ja offen wir sind andere Meinungen anzunehmen wenn wir mit uns selber diskutieren oder gegenüber diskutieren.
00:01:52: Das sind nur mal zwei Beispiele von all den Dingen, die wir getan haben.
00:01:56: Ach so!
00:01:57: Und?
00:01:57: Wir haben uns auch filmen lassen... ...von einem Fuß.
00:02:03: Ja ich glaube es ist ein ganz guter Ausblick oder Einblick in das was man hier alles erleben kann.
00:02:09: Man muss ein bisschen Erfinder Geist und auch Entdecker-Spirit mitbringen Denn das Festival ist über die ganze Stadt verteilt über ganz viele Locations.
00:02:19: Ein paar Mitglieder des Treibhauskurses nehmen euch jetzt mal mit in konkrete Beispiele, die Sie besonders inspiriert haben.
00:02:27: Viel Spaß!
00:02:29: Ich fand besonders interessant die Ausstellung so um AI und auch Robotik und das Ganze war sehr künstlerisch angehaucht und auch sehr dass sich die Leute wirklich mit der AI tief auseinandersetzen Mit der Robotik was möchte man teilen?
00:02:43: Wie möchte man in Zukunft damit umgehen?
00:02:45: Was möchte man immer noch selber machen?
00:02:47: Da sind zum Beispiel zwei Luftballons.
00:02:50: Die sind an so einen Roboter-Fuß quasi gekoppelt und die sind dann im Raum, die ganze Zeit rumgelaufen und konnten aber nicht aus einem Kreis austreten weil im Kreis quasi Ventilatoren gestellt waren, die das nicht ermöglicht haben.
00:03:04: Aber einer ist dann doch einmal ausgebrochen.
00:03:06: Das fanden wir sehr lustig.
00:03:08: Dann ist er durch den Raum geflitzt der Roboter Genau, aber generell war es halt einfach irgendwie alle AIs und Aktivierungen und Robotiken in diesen... In dieser Ausstellung haben wir zur Selbstreflexion auch mit der AI angeregt.
00:03:20: Das fand ich ganz interessant, was man als Mensch selber immer noch gestalten möchte und was man der AI überlassen kann war vor allem auch kreativ viel zeichnerisch malerisch konnte man mitwirken und hat da die Möglichkeiten von der AI gezeigt, die man zum Beispiel für ein Event als aktivierung, als spielerische Aktivierung nutzen kann.
00:03:39: Da waren viele Kinder.
00:03:40: das fand ich cool weil sie das alles so spielärisch gelernt haben und auch gelernt haben, was eine AI teilweise nicht kann.
00:03:46: Habe ich mitbekommen wie ein paar Kinder sich über eine AI aufgeregt haben?
00:03:50: Ja genau, aber es hat auf jeden Fall spielerisch und kreativ mir viele neue Denkanstöße geliefert und war einfach ne schöne Ausstellung.
00:04:00: Wir hatten im Dom Klanginstallation, die quasi die gotische Kapelle und das Querschiff unterschiedlich bespielt hat.
00:04:11: Und für ich würde sagen jeden Raumteil dieses doch großen infrastrukturellen Komplexes der so ein riesige Kirche dann auch ist mit so verschiedenen einzelnen nicht abgetrennten Räumen gab es verschiedene Klangfarben, Klangszenarien und man hat ja sonst immer dieses ehrfürchtige altertümliche auch sehr stille da drin.
00:04:31: und das wurde so ein bisschen mit der Klang-Untermahlung jeweils ein bisschen scenografisch unterbrochen.
00:04:37: Das fand ich sehr beeindruckend.
00:04:39: dann auch wieder, weil man fühlt sich eher schon winzig in dieser zehnmeter hohen Halle.
00:04:45: und dann kommt noch diese Klanguntermalung die einen dann so recht episch dadurch führten.
00:04:49: Es fand ich recht einprägsam!
00:04:52: Und dann gab es noch Teil zwei aus dem Symposium zu den Tech Bros im Silicon Valley und wie die sich auf uns alle auswirken.
00:05:03: Und da fand ich von einem Wissenschaftler, einem Gesellschaftswissenschaftlern sehr spannende Erkenntnis.
00:05:09: Konträr zu diesem allgemeinen Konservative werden dann alle Rechtsentwicklungen sich immer weiter und weiter zu verschisten.
00:05:19: Dieses Konservativismus an sich ist ja bewahrend.
00:05:22: Und dann fand ich diesen Bruch zum Faschismus, mit dem Fascismus tut sich immer mit technischer Innovation gemein oder man verbindet technische Innovationen mit dem Voranscheiden einer gewissen Ideologie.
00:05:34: das fand ich sehr spannend weil es dieses Allgemeine wie man rechts und extremen Rechts frame'n mit diesem zurückgebliebenen auch manchmal so ein bisschen kontakariert und sehr spannend.
00:05:46: gruselig ist am Ende, dass sie dann so die menschenfachen Ideen auch sehr technisch potente Lösungen am ende für sich entdecken können.
00:05:55: Okay ein bisschen redundant weil Gabriel das auch schon erzählt hatte ich fand Holy Echo im Mariendung auch großartig da ich wieder mal und das war ist mir eigentlich schon klar aber ich finde es wird immer klar in genau solchen Situationen, wie wichtig Klang ist für die Atmosphäre.
00:06:11: Für das was du ausdrücken möchtest.
00:06:13: und du kannst halt also wie ich es unten geschrieben habe, Soundsets zu sehen Du kannst da so krass drüber steuern weil ich fand teilweise haben sich die Klänge auch sehr unterschiedend zwischen wirklich sakral und dramatisch hinzu, aber auch schon fast gruselig.
00:06:27: Und mystisch!
00:06:29: Und jeder andere Sound hat irgendwie was anderes in mir gemacht.
00:06:32: Und mal fand ich, habe ich mich so ein bisschen geguselt... ...und dann hab' ich mich wieder gefühlt, da ist keine Ahnung, wer ich selber die Person, der diese Küche gehört?
00:06:39: Und genau, ich hab irgendwie einfach nochmal gemerkt wie krass halt einfach klang deine Gefühle steuern kann.. ..und festgestellt das würde sich die Küche immer so anhören, dann wäre ich vielleicht gläubiger Weil ich auf einmal gemerkt habe, wenn nicht so ... Ich hätte auch gern ein Soundtrack zu meinem Leben.
00:06:55: Dann wäre es alles cooler und so hab ich mich dann viel verbundener der Kirche und diesem Glauben über natürlichen irgendwie zugehörig gefühlt weil auf einmal halt auch das ein anderes Gefühl mir ausgelöst hat.
00:07:08: Und die ganzen eindrücklichen Bilder.
00:07:09: Also ich hab mir noch nie so intensiv Mosaike oder kleine Malereien oder irgendwas angeguckt aber es hat mich einfach da gehalten, weil der Klang nicht gehalten hat.
00:07:19: Da waren eben so wie so eine Blumenwiese aufgebaut und da drüber waren ganz viele Lampen.
00:07:24: Und die haben immer gewechselt, alle dreißig Sekunden oder so von Tageslicht, wie man das halt oben sieht
00:07:30: zu so
00:07:31: sehr rötlichem Licht, wodurch hat das ganze Grün rausgefiltert wurde.
00:07:35: aber die Blüten sind dann halt ganz toll rausgestochen.
00:07:39: Die haben dann so richtig geleuchtet im Vergleich zum grünen.
00:07:42: Das sollte zeigen, wie Motten die Welt sehen weil die haben anscheinend... Ein Grünfilter.
00:07:48: Aber ich fand das einfach krass, wie viel Auswirkung Lichtfarbe halt auf die Wirkungen davon hat, weil es war ...
00:07:55: Als ich
00:07:55: reinkam, war's halt gerade mit dem Grünfilter und ich dachte halt irgendwie, dass wären vertrocknete Pflanzen.
00:08:02: Und dann kam halt dieser Switch und dann war's richtig grün und richtig saftig.
00:08:05: Ich fand das halt ein cooler Effekt, den man vielleicht auch mal bedenken kann, wenn man irgendwas Xenografisches sich überlegt.
00:08:13: Ich habe euch vom Ars Electronica Festival eine Sache mitgebracht, die wie ich finde sehr stellvertretend für die Art und Weise steht.
00:08:21: Wie das Festival diese Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft definiert.
00:08:28: Denn das war ein Werk, das hieß Drumming for Love.
00:08:32: Und das hat ein Naturphänomen oder eine natürliche Begebenheit in Italien aufgegriffen, als dort eine ganz extreme Dürre war.
00:08:42: Wurde von der Stadt entschieden dass die Mindestbewässerung der Pflanzen ausgesetzt wird um diesen Wassernotstand dem entgegenzuwirken und für die Menschen genug Wasser bereit zu halten oder zurückzuhalten.
00:08:55: Und das wurde hier übersetzt in einen Werk mit verschiedenen Klangschalen, auf denen solche verschiedenen Objekte geklappert haben.
00:09:03: Die wiederum die kleinste Lebewesen in der Flussregion übersetzt haben und deren Art zu kommunizieren vor Ort in ein Klangbild übersetzt habe.
00:09:14: Das steckt in ganz vielen Werken dieses Dinge in der Natur sichtbar machen, die uns eigentlich verborgen bleiben der Geiste als Elektroniker ist.
00:09:22: Gesellschaftliche Beobachtungen übersetzen in mechanisch, künstlerische Dinge.
00:09:27: und was ich hier super schön fand... Ich glaube es war eigentlich ein Nebeneffekt aber dadurch dass die Klangschalen von oben angestrahlt waren und mit Wasser gefüllt waren hatte das ein ganz tolles Lichtspiel auf diesen alten Dielenböden.
00:09:42: Das hat mir besonders gut gefallen!
00:09:44: Und dann habe ich eine Sache entdeckt in der Kunst-Uni, in Linz.
00:09:49: Witzigerweise ein Check-Informat das einer unserer Dozenten schon mal gemacht hat.
00:09:54: Zwei Wahrheiten, eine Lüge auch ein Stück weit ein bekanntes Format.
00:09:57: Menschen stellen sich vor mit drei Aussagen zwei Stimmen und eine nicht.
00:10:02: Und hier wurde das übersetzt in eine visuelle Interpretation und Verknüpfung mit dem Gedanken, wenn wir der KI so viel über uns verraten, machen wir sie eigentlich zur Gottheit.
00:10:13: Weil wir ja auch – wenn wir gläubige Menschen sind – behaupt- dass der Gott alles über uns weiß und alles sieht, was wir tun.
00:10:21: Und wir befähigen eigentlich die KI auch all diese Dinge über uns zu wissen.
00:10:25: So konnte man eben austesten ob die KI tatsächlich uns schon richtig einschätzen kann.
00:10:33: Ich habe sie in dem Fall auch etwas leicht gemacht weil die eine Sache, die ich eingegeben hatte war... Ich fühle mich manchmal wie ein Hase!
00:10:41: Das hat sie als Lüge erkannt Wobei, ich müsste mal drüber nachdenken.
00:10:47: Vielleicht stimmt es sogar.
00:10:51: Also der erste war diese Bubble Talk.
00:10:53: finde das... Ganz nützlich auch für schwierige zum Beispiel Ausstellungen, wo man ein bisschen mehr Verständnis braucht.
00:11:02: Zum Beispiel ich würde sowas sehr gerne für irgendwelche Art-Ausstellung benutzen mit moderner Art vielleicht.
00:11:10: Das ist sehr einfach zu benutzen.
00:11:13: Man muss einfach ein paar Fragen beantworten und dann bekommt man diese Rekommendationen was man am besten checken soll Und dann kann man mit AI Agenda darüber sprechen, Fragen stellen.
00:11:28: Das finde ich ganz nützlich.
00:11:29: und diese zweite Ding war dieses Kugelnrobot.
00:11:32: Also das ist ganz einfach!
00:11:34: Aber es war so ein Attention-Grabber, da gab es so viele Leute.
00:11:39: Ich glaube alle, die das gesehen haben, haben einen Foto davon gemacht.
00:11:44: Ja, das war ganz lustig.
00:11:46: Ein gutes Fotosport auch für Events und bestimmt wirkt Interesse von Publikum.
00:11:53: Ich habe mir Wicked Mirror ausgesucht, um euch noch mal kurz vorzustellen.
00:11:57: Eigentlich eine, sagen wir, installativ relativ einfache Inszenierung.
00:12:01: die hat aber glaube ich nochmal ein bisschen mehr Macht bekommen weil sie in einem Auditorium stattfand.
00:12:06: also eine Person hat sich beim Rednerpult positioniert musste eine gesellschaftliche Frage eigentlich politisch mit eigenem Statement beantworten im zweiten Schritt dann ein Selfie oder so ein bisschen längere Gesichtsaufnahme machen.
00:12:22: Und dann wurde ein Klon erstellt von der Person und der Klon hat quasi auf die beantwortete Frage reagiert, du konntest in den Dialog mit dir selbst starten.
00:12:34: Ich fand das total spannend weil es generell die Meinungskultur hinterfragt aktuell auch politischen Diskurs Weil man ja, also ich hab das Gefühl, dass Internet und einfach auch radikale Meinungen beeinflussen Menschen ganz stark.
00:12:49: Auch junge Personen.
00:12:50: Und ich glaub da Mut zu haben selbst Meinungen zu machen und sie zu äußern ist eher rarer geworden.
00:12:56: Und grad eben mit sich selbst nochmal in den Diskurs zu gehen und zu überlegen vertrete dich diese Meinung wirklich?
00:13:04: Was sind meine Argumente?
00:13:07: Fand ich mega gut!
00:13:08: Und auch megaspannend einfach sich dann noch mal eigentlich so intim diesen Raum vor anderen Besucherinnen zu öffnen.
00:13:15: in diesem kurzen Abschnitt fand ich sehr, sehr stark.
00:13:19: Ich habe das jetzt selber mal Hadingtür ja vor Potential genannt.
00:13:23: Ich weiß nicht genau wie es wirklich ist, ich weiß auch gar nicht wie der Marmelade, ja ich weiß noch nicht wie er Künstler hieß also die abgebildeten Leute waren für die Verfolgung und Tötung von ganz vielen Familien in Kolumbien verantwortlich.
00:13:38: Und der Künstler war selber betroffen, also hat große Teile seiner Familie an diese wie auch immer geartete Säuberungsaktion verloren und hat aus Etiketten von Marmeladengläsern die hatte auf kleine Plastikteilchen geklebt und daraus Mosaik artig diese Porträts erstellt.
00:13:57: und dahinter ist jeweils eine Maschine geschaltet die irgendwo willkürlich ein einzelnes Teil aus dem Porträt rausschnippt.
00:14:06: Und Ziel ist es also, über die Dauer dieser Installation dafür zu sorgen dass auch das letzte bisschen von diesen Porträts verschwindet und zersetzt wird.
00:14:20: Irgendwie fand ich das sehr beeindruckend, weil dann in dem anderen Teil des Raums gab es noch so einen Bereich mit einer Gesichtserkennungssoftware die da auch benutzt wurde.
00:14:31: Man konnte sich dann also sein Gesicht scannen lassen und bei mir gab's die höchste Übereinstimmungsquote lag bei zwei Komma drei Prozent und das war halt ein glatzköpfiges Baby Und Nena hat es auch gemacht und bei ihr war die U-Bereinstimmung, glaub ich, bei zwei Komma acht Prozent.
00:14:50: Auf Grundlage dieser Gesichtserkennungssoftware wurden da halt willkürlich Leute in Kolumbien verhaftet, verschleppt und getötet.
00:14:57: Es war sowieso in dem historischen Altenheim von diesem katholischen Klinikum oder Schwesternklinikum, oder so hieß das?
00:15:05: Das war eine ganz besondere Location.
00:15:08: Da waren ein paar coole Sachen aber ... ohne dass ich jetzt richtig weiß, wie man das auf ein Event cool übertragen könnte.
00:15:15: Da hat mich das auf jeden Fall sehr nachhaltig noch
00:15:18: beschäftigt.".
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